22. März 2010

Aktienmärkte: Topbildung oder Ausbruch nach oben

Der DAX hat es erneut geschafft. Die Marke von 6000 Punkten wurde überwunden und die Jahreshöchststände von Anfang Januar sind wieder in greifbare Nähe gerückt. Andere große Indizes wie der Nasdaq Composite oder der S&P 500 haben ihre Januarhochs bereits überwinden können und sind somit die Antreiber dieser Rallye. Nun, die alles entscheidende Frage lautet jetzt, ob sich die Märkte in einer längerfristigen Topbildungsphase befinden oder ob dies den erneuten Startschuss für weiter steigende Aktienkurse bedeutet. Kommt es auf diesen Niveaus zu dem von vielen Marktakteuren lange erwarteten Einbruch, kommt es nur zu einem kleinen Rücksetzer oder ziehen die Märkte ohne Atempause direkt nach oben durch?Fakt ist, jede noch so kleine Schwäche in den Indizes der letzten Wochen wurde sofort für Käufe genutzt. Alle Marktteilnehmer die in den Markt müssen, jedoch einen Rücksetzer abwarten wollten, wurden auf dem falschen Fuß erwischt und müssen auf höherem Niveau einsteigen. Fakt ist aber auch, dass die Märkte im stark überkauften Bereich angekommen sind und eine kleine Korrektur notwendig, ja sogar gesund für den weiteren Kursverlauf wäre.

Was aber treibt die Märkte? Welcher Faktor lässt die Marktteilnehmer immer wieder aufs Neue einsteigen? Mit Fundamentaldaten, die uns seit einigen Wochen aus vereinzelten südeuropäischen Staaten erreichen, lassen sich diese Kurszuwächse nicht erklären. Griechenland vor der Pleite, Arbeitslosigkeit von ca. 20% in Spanien und eine ebenfalls desaströse Wirtschaftslage in Portugal sowie in Irland. Auch wenn der Fall Griechenland das Hauptaugenmerk z.Z. auf Europa lenkt, in den USA ist die Lage keinesfalls besser. Vom Verschuldungsgrad der internationalen Staatengemeinschaft einmal ganz abgesehen. Angesichts dieser Tatsachen kann einem Angst und Bange werden.Dabei ist es gerade die Angst, die die Kurse befeuert. Die Angst der Anleger, Performance zu verpassen. In Zeiten der globalen Niedrigstzinspolitik die einzige Möglichkeit, Rendite zu erwirtschaften. Am Mittwoch betonte die Federal Reserve nochmals, trotz einer, ihrer Meinung nach sich weiter entspannenden Wirtschaftslage, den Leitzins noch länger auf dem unverändert historischen Tief von 0,25% zu belassen. Somit ist eine Leitzinsanhebung wohl erst zu Anfang des Jahres 2011 zu erwarten und daher noch sehr viel billiges Geld vorhanden, welches wohl weiterhin zum großen Teil in den Aktienmarkt fließen wird.Zudem kommt hinzu, dass die bereits oben erwähnten negativen Nachrichten von der breiten Masse der Anleger im Moment fast vollständig ausgeblendet werden und positive Effekte, wie z.B. die stärker als erwartete Belebung der Weltwirtschaft, immer mehr in den Fokus der Anleger rücken. Es regiert das Prinzip Hoffnung.Dieser Hoffnung wollen wir uns zwar nicht anschließen, denn die breite Masse liegt bekanntlich des Öfteren falsch. Jedoch bleiben wir für den weiteren Verlauf der Aktienmärkte, aufgrund des oben genannten Renditedrucks, positiv gestimmt. Dennoch ist es in Zeiten wie diesen oberstes Gebot wachsam zu bleiben und eine breite Asset Allokation zu fahren um bei gegebenen Anlass schnellstmöglich reagieren zu können.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien einen schönen Frühlingsanfang und frohe Osterfeiertage.

Ihr JRS Team

 


Kurse und Wertentwicklung

Name
JRS International UI Fonds
JRS Best Select 100 Dachfonds
Profund
Global Income
WKN
984847
580450
HAFX2J
Kurs 27.11.2009
30,70 €
29,33 €
52,00 €
Entwicklung seit 1.1.2009
+ 2,2 %
+ 0,8 %
+ 2,1 %


 
 
30. Juli 2009

2009 - Jahr der großen Fehlprognosen

Wer den Mut hat in das Wirtschaftsarchiv vom Dezember letzten Jahres zu greifen, der muss gewahr sein, daß er sich großen depressiven Gefühlen und Ängsten erneut zu stellen hat. Gesellschaftliche Endzeitstimmung, geschürt durch ein Szenario des absoluten Kollapses, sowohl auf der Währungsseite wie auf der Weltwirtschaftsseite waren damals der große Tenor. In den ersten Wochen des Jahres wurden diese Ängste auch noch richtig ausgelebt um dann ab April in einen zaghaften aber stetigen Aufschwung zu wechseln. Von Monat zu Monat mussten die großen Institute ihre Prognosen nach oben revidieren und die Menetekel an der Wand wurden mit neutraler Farbe wieder zugepinselt.
Die, in dieser schwierigen Zeit von den Notenbanken weltweit ergriffenen Maßnahmen zeigten ihre erwartete Wirkung. Die Senkung der Zinssätze, gerade für kurzes Geld, und die zusätzliche Liquidität, die in den Markt geschleust wurde, fiel auf fruchtbaren Boden. Weltweit reagierten die Märkte, und die Weltwirtschaft kehrte zu einem moderaten Aufschwung nach dem schockartigen Einbruch zurück. Dieser Effekt der hohen Liquidität wird unseres Erachtens die Märkte auch noch einige Monate in das neue Jahr hinein positiv stimulieren. Doch spätestens im zweiten Halbjahr werden die Notenbanken dann die Zinssätze wieder anziehen, wenn auch nur in moderatem Maße. Deswegen muss in 2010 noch niemand vor der einsetzenden Inflation Sorge haben. Solange die Kapazitäten bei der Industrie nicht vollständig ausgelastet sind und Preissteigerungen eigentlich keine richtige Chance haben sich durchzusetzen, solange wird es keinen Preisauftrieb geben, auch bei noch so hoch verschuldeten Staatshaushalten. Dieser Kampf wird wohl erst in den Jahren 2012 ff auf die Zentralbanken zurollen.
2010 wird ein moderates Wirtschaftswachstum bei einem ziemlich stabilen Preisniveau erwartet. Die Schwellenländer werden wohl etwas stärker zu Wachstum zurückkehren. Daher ist die Exportindustrie eher zu bevorzugen. Über die noch laufenden Konjunkturprogramme wird auch die Konsumindustrie in der Binnenwirtschaft mehr zulegen können als der Rest. Banken und Versicherungen werden sicherlich noch länger unter den massiven Verlusten aus 2008 leiden. Weil jedoch Vorgänge, wie aktuell in Dubai, sicherlich immer wieder auftauchen werden, wird auch 2010 nicht einfach, sondern eher holprig. Eine gute Assetklassenauswahl wird auch in diesem Jahr der Schlüssel zum Erfolg sein. Entscheidend bleibt die kontinuierliche Anpassung der Risikofaktoren vor der großen Hintergrundallokation des persönlichen Bedarfs.

Eine Gesamtprognose für die Märkte 2010 verbietet sich. Für die kommenden Wochen jedoch erwarten wir die Aktienmärkte nach der aktuellen Korrektur, die maximal bis 5100 laufen darf, wieder steigend. Es fehlt ganz einfach weltweit eine gute risikolose Alternative bei all den niedrigen Zinsen. Mit der sich erholenden Konjunktur wird dann wohl auch Öl wieder teurer werden mit Ziel 80 USD und mehr.

Wir wünschen Ihnen allen eine schöne Vorweihnachtszeit und zum Jahreswechsel erholsame Feiertage.

Ihr JRS Team

 

 

Kurse und Wertentwicklung

Name
JRS International UI Fonds
JRS Best Select 100 Dachfonds
Profund
Global Income
WKN
984847
580450
HAFX2J
Kurs 27.11.2009
28,76 €
28,65 €
50,88
Entwicklung seit 1.1.2009
+ 9,6 %
+ 15,4 %
+ 11,5 %