Newsletter vom 21. Juli 2011
Eurokrise - wie lange noch ?
In den letzten Tagen und Wochen hat es den Anschein, daß es nur noch ein Thema gibt: die Eurokrise. Alle Talkshows und Printmedien sind voll davon. Und im Tenor sind sich alle einig: die Lage ist sehr ernst aber nicht hoffnungslos. Tatsächlich aber stellen sich aktuell zwei Fragen:
1.) ganz akut: sind wir mit der jetzigen Diskussion um Griechenland am Höhepunkt und wir bekommen in den kommenden Wochen, nach einem „erfolgreichen“ Krisengipfel in Brüssel eine Entspannung oder kommt das ganze Problem in den nächsten Wochen erst richtig ins Rollen und die Lage verschärft sich noch mehr?
Die Politiker dürften in den letzten Wochen schon gemerkt haben, daß die Märkte klare Entscheidungen einfordern. Sollten diese Entscheidungen zum Fall Griechenland nicht in den nächsten Tagen kommen, wird wohl die Akte Italien und dann Portugal / Spanien erneut behandelt und die Regierungen werden damit noch stärker unter Druck gesetzt klare Antworten zu liefern. Wir erwarten daher, daß die Politik liefert und zunächst eine Entspannung einsetzen wird. Die Aktienmärkte dürften sich beruhigen und vor allem die Devisenmärkte ihre Flucht aus dem Euro für die kommenden Monate auf Eis legen. Die Fortsetzung des europäischen Schuldendramas dürfte damit auf 2012 verschoben sein. Das bietet uns die Möglichkeit in den kommenden Monaten Vorsorge zu betreiben. Diese Vorsorge liegt in einer noch größeren Diversifikation des Depots. Beimischung von Rohstoffwährungen wie Austral- und Canadadollar, oder auch Norweger Kronen müssen diskutiert werden. Auch das Edelmetall Gold kommt trotz seines hohen aktuellen Preises als Diversifikation in Betracht.
2.) Auch wenn für Athen eine Lösung gefunden wird, Rom und Madrid, Paris, Brüssel, Lissabon und Dublin sind immer noch tief verschuldet und harren der Lösung. Was wird kommen? Eine Aufweichung des Euros? Dass die Probleme der anderen Länder in den folgenden Monaten und Jahren immer wieder in die Schlagzeilen kommen werden, ist wohl als Fakt hinzunehmen. Die Alternative „Zurück in die D-Mark“ ist denkbar, aber aus Sicht der europäischen Wirtschaft und ihrer internationalen Verflechtung wohl die schlechteste aller Lösungen. Daher wird die Politik bemüht sein, unter allen Umständen diesen Fall zu vermeiden. Was nicht heißt, daß ein Festhalten am Euro immer das Beste ist; gut wird es erst dann, wenn die Politik den nächsten Schritt in Europa macht: eine gemeinsame Finanzpolitik aus einer Hand. Das klingt zunächst illusorisch, aber ohne diesen nächsten Schritt hin zu einem Europa wird es nicht funktionieren.
Doch egal, welche Strategien die europäischen Politiker auf diesem Wege einschlagen, er wird bezüglich des Euros für viele Jahre holprig werden. Daher sollten wir die Diversifikation erhöhen und eine Zeit des finanzpolitischen Chaos nicht ausschliessen. Das heißt, wir rechnen mit einem Run in den US-Dollar, obwohl dieser genauso verschuldet ist wie der Euro. Auch die Nachfrage in den Edelmetallen wird sukzessiv weiter steigen. Vielleicht in sechs Monaten, vielleicht auch erst in 1-2 Jahren. Und vor allem rechnen wir in diesen turbulenten Zeiten eher mit niedrigen Zinsen, eventuell mit historischen Tiefständen, als mit steigenden Zinsen, und das trotz einer leicht steigenden Inflation und einer hohen Staatsverschuldung. Die 10-jährigen Bundeszinsen könnten rasch auf rund 2,25% fallen. Die abrupten Bewegungen der letzten Woche deuten dieses Szenario unmissverständlich an, falls es im Euro weiterhin zu großen Schwierigkeiten kommt. Das ist alles sehr bizarr, aber real.
Ihnen eine schöne Sommerzeit.
Ihr JRS Team
In den letzten Tagen und Wochen hat es den Anschein, daß es nur noch ein Thema gibt: die Eurokrise. Alle Talkshows und Printmedien sind voll davon. Und im Tenor sind sich alle einig: die Lage ist sehr ernst aber nicht hoffnungslos. Tatsächlich aber stellen sich aktuell zwei Fragen:
1.) ganz akut: sind wir mit der jetzigen Diskussion um Griechenland am Höhepunkt und wir bekommen in den kommenden Wochen, nach einem „erfolgreichen“ Krisengipfel in Brüssel eine Entspannung oder kommt das ganze Problem in den nächsten Wochen erst richtig ins Rollen und die Lage verschärft sich noch mehr?
Die Politiker dürften in den letzten Wochen schon gemerkt haben, daß die Märkte klare Entscheidungen einfordern. Sollten diese Entscheidungen zum Fall Griechenland nicht in den nächsten Tagen kommen, wird wohl die Akte Italien und dann Portugal / Spanien erneut behandelt und die Regierungen werden damit noch stärker unter Druck gesetzt klare Antworten zu liefern. Wir erwarten daher, daß die Politik liefert und zunächst eine Entspannung einsetzen wird. Die Aktienmärkte dürften sich beruhigen und vor allem die Devisenmärkte ihre Flucht aus dem Euro für die kommenden Monate auf Eis legen. Die Fortsetzung des europäischen Schuldendramas dürfte damit auf 2012 verschoben sein. Das bietet uns die Möglichkeit in den kommenden Monaten Vorsorge zu betreiben. Diese Vorsorge liegt in einer noch größeren Diversifikation des Depots. Beimischung von Rohstoffwährungen wie Austral- und Canadadollar, oder auch Norweger Kronen müssen diskutiert werden. Auch das Edelmetall Gold kommt trotz seines hohen aktuellen Preises als Diversifikation in Betracht.
2.) Auch wenn für Athen eine Lösung gefunden wird, Rom und Madrid, Paris, Brüssel, Lissabon und Dublin sind immer noch tief verschuldet und harren der Lösung. Was wird kommen? Eine Aufweichung des Euros? Dass die Probleme der anderen Länder in den folgenden Monaten und Jahren immer wieder in die Schlagzeilen kommen werden, ist wohl als Fakt hinzunehmen. Die Alternative „Zurück in die D-Mark“ ist denkbar, aber aus Sicht der europäischen Wirtschaft und ihrer internationalen Verflechtung wohl die schlechteste aller Lösungen. Daher wird die Politik bemüht sein, unter allen Umständen diesen Fall zu vermeiden. Was nicht heißt, daß ein Festhalten am Euro immer das Beste ist; gut wird es erst dann, wenn die Politik den nächsten Schritt in Europa macht: eine gemeinsame Finanzpolitik aus einer Hand. Das klingt zunächst illusorisch, aber ohne diesen nächsten Schritt hin zu einem Europa wird es nicht funktionieren.
Doch egal, welche Strategien die europäischen Politiker auf diesem Wege einschlagen, er wird bezüglich des Euros für viele Jahre holprig werden. Daher sollten wir die Diversifikation erhöhen und eine Zeit des finanzpolitischen Chaos nicht ausschliessen. Das heißt, wir rechnen mit einem Run in den US-Dollar, obwohl dieser genauso verschuldet ist wie der Euro. Auch die Nachfrage in den Edelmetallen wird sukzessiv weiter steigen. Vielleicht in sechs Monaten, vielleicht auch erst in 1-2 Jahren. Und vor allem rechnen wir in diesen turbulenten Zeiten eher mit niedrigen Zinsen, eventuell mit historischen Tiefständen, als mit steigenden Zinsen, und das trotz einer leicht steigenden Inflation und einer hohen Staatsverschuldung. Die 10-jährigen Bundeszinsen könnten rasch auf rund 2,25% fallen. Die abrupten Bewegungen der letzten Woche deuten dieses Szenario unmissverständlich an, falls es im Euro weiterhin zu großen Schwierigkeiten kommt. Das ist alles sehr bizarr, aber real.
Ihnen eine schöne Sommerzeit.
Ihr JRS Team
Newsletter vom 15. November 2010
Wieder mal die Weihnachtsrallye ?
Was ist bei der Analyse und der Prognose von Aktienkursen am meisten hinderlich? Die aktuellen Konjunkturprognosen (Alfons Cortés). Ja, da hat der große Aktienstratege recht, die Lektüre und die intensive Beschäftigung mit den Konjunkturaussagen unserer großen Wirtschaftsexperten und Forschungsinstitute gräbt sich in unsere Gedanken ein und hindert uns, einen klaren Blick auf die Kapitalmärkte zu entwickeln. Ansätze, Kursbewegungen oder gar Trends zu erkennen, werden im Wissen um die Prognosen der Wissenschaftler im Keim erstickt, weil nicht sein kann, was hier nicht ins Bild passt. Unser Verstand weigert sich, diese Aussage trotzdem herzustellen. Klingt jetzt für den Leser ziemlich absurd, aber denken Sie jetzt mal an das Frühjahr 2010. Welches hohe angesehene Bankhaus incl. der Wissenschaftler hatte denn diese robuste Wirtschaftsentwicklung auf dem Monitor? Keiner, die optimistischsten Häuser gingen von einem Erhalt des Status quo aus, die Mehrzahl pochte auf große Vorsicht, wegen des Auslaufens diverser Stimulansprogramme der Regierungen. Vom kurzen Strohfeuer 2009 bis evtl. Frühjahr/Sommer 2010 war die Rede und Rückschläge von geringer bis mittlerer Größe müssten unweigerlich ins Kalkül gezogen werden. Vor diesem Wirtschaftsszenario kann auch kein Aktienaufschwung stattfinden.
Das Ergebnis liegt auf dem Tisch: alles Pustekuchen. Getrieben von der gestiegenen Industrienachfrage aus Asien und Südamerika nahm die Wirtschaft einen enormen Aufschwung. Gerade die Investitionsgüterindustrie in Deutschland zeichnet einen Erfolg nach dem anderen. Sie ist ein Gradmesser für einen eher längerfristigen Aufschwung. Damit erklärt sich auch der Auftrieb in den Aktienindices. Bleibt die große ketzerische Frage; wozu braucht man diese ganzen Forschungsinstitute und volkswirtschaftlichen Abteilungen der Banken, wenn Selbst eine Prognose von nur 7 Monaten so daneben geht. Experten sind solche Leute, die hinterher genau erklären können, warum ihre Prognose nicht eingetreten ist (Churchill). Oder mit Einstein gesprochen; Prognosen sind halt deshalb so schwierig, weil sie die Zukunft betreffen.
Und so kommt es, daß sich nahezu sämtliche Indices besser entwickelten als alle großen Aktienfonds: wegen der im Frühjahr gegebenen Zurückhaltung aus genanntem Grund. Als sich dann ein Kurstrend nach oben einstellte, wollte man diesen als Fehlsignal interpretiert wissen, weil er so am besten ins fundamentale Bild passte. Damit hinken die Entwicklungen der getätigten Investitionen aller großen Investmentfonds hinterher. Gut, Vorsicht hat noch nie geschadet, aber man blickt schon neidisch auf so manch verpasste Chance.
Aktuell scheinen sich die Märkte mit der Frage zu beschäftigen, wann packen wir die 7000 im DAX. Noch heuer, oder doch erst im Januar, Februar. Summa summarum sieht es tatsächlich nach einer breiten Investitionswelle in Aktien aus. Solche Kapitalströme versiegen nicht von heute auf morgen. Die Frage nach der Weihnachtsrallye ist daher durchaus gerechtfertigt. Unserer Meinung nach werden wir sie sehen, auch wenn kurzfristig kleine Rückschläge zu protokollieren sein werden. Ob der Höhepunkt zum Jahresende in die Bücher geht, oder vorher oder dann im Januar ist von untergeordneter Bedeutung. Unsere aktuellen Investitionsschwerpunkte sind u.a. Basisgüterindustrie, Rohstoffbranche weltweit und Chemie.
Die Hausse von Gold und Silber wird wohl eher durch die geldpolitischen Entwicklungen in den USA getrieben. Daß sich hier für die Zukunft der nächste Tropensturm anbahnt, ist unbestritten. Wir wollen aber unter keinen Umständen prognostizieren, wann er über uns hereinbricht. Und ständig die Fenster zuzunageln (um im Bild zu bleiben), auch wenn noch Monate die Sonne scheint, ist auch nicht sehr zielführend.
Ihnen eine schöne Adventszeit.
Ihr JRS Team
Was ist bei der Analyse und der Prognose von Aktienkursen am meisten hinderlich? Die aktuellen Konjunkturprognosen (Alfons Cortés). Ja, da hat der große Aktienstratege recht, die Lektüre und die intensive Beschäftigung mit den Konjunkturaussagen unserer großen Wirtschaftsexperten und Forschungsinstitute gräbt sich in unsere Gedanken ein und hindert uns, einen klaren Blick auf die Kapitalmärkte zu entwickeln. Ansätze, Kursbewegungen oder gar Trends zu erkennen, werden im Wissen um die Prognosen der Wissenschaftler im Keim erstickt, weil nicht sein kann, was hier nicht ins Bild passt. Unser Verstand weigert sich, diese Aussage trotzdem herzustellen. Klingt jetzt für den Leser ziemlich absurd, aber denken Sie jetzt mal an das Frühjahr 2010. Welches hohe angesehene Bankhaus incl. der Wissenschaftler hatte denn diese robuste Wirtschaftsentwicklung auf dem Monitor? Keiner, die optimistischsten Häuser gingen von einem Erhalt des Status quo aus, die Mehrzahl pochte auf große Vorsicht, wegen des Auslaufens diverser Stimulansprogramme der Regierungen. Vom kurzen Strohfeuer 2009 bis evtl. Frühjahr/Sommer 2010 war die Rede und Rückschläge von geringer bis mittlerer Größe müssten unweigerlich ins Kalkül gezogen werden. Vor diesem Wirtschaftsszenario kann auch kein Aktienaufschwung stattfinden.
Das Ergebnis liegt auf dem Tisch: alles Pustekuchen. Getrieben von der gestiegenen Industrienachfrage aus Asien und Südamerika nahm die Wirtschaft einen enormen Aufschwung. Gerade die Investitionsgüterindustrie in Deutschland zeichnet einen Erfolg nach dem anderen. Sie ist ein Gradmesser für einen eher längerfristigen Aufschwung. Damit erklärt sich auch der Auftrieb in den Aktienindices. Bleibt die große ketzerische Frage; wozu braucht man diese ganzen Forschungsinstitute und volkswirtschaftlichen Abteilungen der Banken, wenn Selbst eine Prognose von nur 7 Monaten so daneben geht. Experten sind solche Leute, die hinterher genau erklären können, warum ihre Prognose nicht eingetreten ist (Churchill). Oder mit Einstein gesprochen; Prognosen sind halt deshalb so schwierig, weil sie die Zukunft betreffen.
Und so kommt es, daß sich nahezu sämtliche Indices besser entwickelten als alle großen Aktienfonds: wegen der im Frühjahr gegebenen Zurückhaltung aus genanntem Grund. Als sich dann ein Kurstrend nach oben einstellte, wollte man diesen als Fehlsignal interpretiert wissen, weil er so am besten ins fundamentale Bild passte. Damit hinken die Entwicklungen der getätigten Investitionen aller großen Investmentfonds hinterher. Gut, Vorsicht hat noch nie geschadet, aber man blickt schon neidisch auf so manch verpasste Chance.
Aktuell scheinen sich die Märkte mit der Frage zu beschäftigen, wann packen wir die 7000 im DAX. Noch heuer, oder doch erst im Januar, Februar. Summa summarum sieht es tatsächlich nach einer breiten Investitionswelle in Aktien aus. Solche Kapitalströme versiegen nicht von heute auf morgen. Die Frage nach der Weihnachtsrallye ist daher durchaus gerechtfertigt. Unserer Meinung nach werden wir sie sehen, auch wenn kurzfristig kleine Rückschläge zu protokollieren sein werden. Ob der Höhepunkt zum Jahresende in die Bücher geht, oder vorher oder dann im Januar ist von untergeordneter Bedeutung. Unsere aktuellen Investitionsschwerpunkte sind u.a. Basisgüterindustrie, Rohstoffbranche weltweit und Chemie.
Die Hausse von Gold und Silber wird wohl eher durch die geldpolitischen Entwicklungen in den USA getrieben. Daß sich hier für die Zukunft der nächste Tropensturm anbahnt, ist unbestritten. Wir wollen aber unter keinen Umständen prognostizieren, wann er über uns hereinbricht. Und ständig die Fenster zuzunageln (um im Bild zu bleiben), auch wenn noch Monate die Sonne scheint, ist auch nicht sehr zielführend.
Ihnen eine schöne Adventszeit.
Ihr JRS Team